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Neue Sentimental keine guten Zahlen


18.02.2002
Bluebull

Die Analysten des Börsenbriefs "Bluebull" bewerten die vorgelegten Zahlen von Neue Sentimental (WKN 534140) als "miserabel".

Die Neue Serltimental Film AG melde Zahlen. Miserable Zahlen. Das wäre nun per se keine Katastrophe, ärgerlich werde der Fall im Prinzip erst dadurch, wie diese Zahlen verpackt würden. Vor zwei Wochen: Stühle rücken bei der "Neue Sentimental Film GmbH": Die beiden Geschäftsführer flögen, Tom Gläser, CEO der AG, übernehme die Frankfurter GmbH zusätzlich. Als Vorgeschmack auf künftige Zahlen merke man noch stolz an, man habe in den letzten Wochen "Werbespots für Dresdner Bank, Postbank, Dr. Oetker und DWS" realisiert. Applaus.

Der dürfte letzte Woche bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2001 verstummt sein: 34,40 Mio. Euro Umsatz habe man erzielt. Und wieder Augenwischerei in der Ad hoc-Meldung, in der man angebe, zum Vorquartal ein Wachstum von 66% hingelegt zu haben. Das sei zwar richtig, aber dass der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 15% rückläufig gewesen sei, das verschweige man lieber.


Vielleicht gebe es ja Anleger, die es nicht bemerkten?! Restlos ziehe es einem dann beim EBIT die Schuhe aus: 9,47 Mio. Miese stünden da auf einmal zu Buche (nun ja, erwartet worden sei ein ausgeglichenes Ergebnis...). Der" Kommentar hierzu in der Ad hoc-Meldung sei des Amusements wegen allein angeführt: "Bei Vernachlässigung der Sondereffekte, die einmalig das Jahresergebnis belasten, ergibt sich ein bereinigtes EBIT in Höhe von Euro -3,93 Mio., welches trotz der äußerst schwierigen Marktbedingungen deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt."

Wenn man alles vernachlässige, sei man also besser als der Schnitt. Man sei begeistert (vor allem, weil man offenbar die Medienwerte, die operative Gewinne verbuchten, hier erfolgreich verdrängt habe). "Nach umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen, erheblichen Kostenreduktionen und unter Berücksichtigung der vorgenommenen Risikoabschläge im Jahr 2001 erwartet die Neue Sentimental Film AG für das Jahr 2002 wieder ein positives Ergebnis." - Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht... Man werde sehen. In etwa einem Jahr. Sofern das Geld bis dahin reiche.

Bis dahin tröste man sich mit den vom Flug eines Engelchens begleiteten salbungsvoll-poetischen Zeilen auf der Website des Unternehmens: "Wir träumen von einer besseren Welt..." Wie schön ...

Die Analysten des Börsenbriefs "Bluebull" betrachten die vorgelegten Zahlen der Neue Sentimental als "miserabel".




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